Die kurze Antwort: Leder braucht zweimal im Jahr zehn Minuten â reinigen, pflegen, trocknen lassen. Wer das macht, hat eine Tasche fĂŒr Jahrzehnte. Wer es unterlĂ€sst, hat nach fĂŒnf Jahren brĂŒchiges Material, das sich nicht mehr retten lĂ€sst.
Die drei Schritte
1. Reinigen. Staub und Schmutz mit einem trockenen, weichen Tuch abnehmen. Bei stĂ€rkerer Verschmutzung ein leicht feuchtes Tuch, notfalls mit etwas Lederseife. Niemals SpĂŒlmittel â es entzieht dem Leder die Fette.
2. Pflegen. Lederbalsam oder Lederfett dĂŒnn auftragen, mit kreisenden Bewegungen einarbeiten, einziehen lassen. Weniger ist mehr: Zu viel Fett macht die OberflĂ€che klebrig und zieht Staub an.
3. Nachpolieren. Nach ein bis zwei Stunden mit einem weichen Tuch nachwischen. Das nimmt ĂberschĂŒssiges auf und gibt dem Leder den matten Glanz zurĂŒck.
Was Leder kaputt macht
- Heizung und direkte Sonne. Der hĂ€ufigste Fehler. Nass gewordenes Leder gehört bei Zimmertemperatur an die Luft â auf der Heizung wird es hart und brĂŒchig, und das ist nicht umkehrbar.
- Waschmaschine. Auch bei Canvas-Taschen mit LederbesĂ€tzen. Das Leder ĂŒbersteht das nicht.
- PlastiktĂŒten zur Lagerung. Leder muss atmen. Im Baumwollbeutel oder offen im Schrank, nie luftdicht.
- Leere Lagerung ohne Form. Taschen mit Papier ausstopfen, damit sie die Form behalten â Zeitungspapier fĂ€rbt allerdings ab, lieber neutrales Papier.
Die Ledersorten unterscheiden
Glattleder â das ĂŒbliche, pflegeleicht, vertrĂ€gt Balsam gut.
Rauleder (Wildleder, Nubuk) â kein Fett und kein Balsam. Es wĂŒrde die OberflĂ€che verkleben. Hier gehören eine BĂŒrste und ein spezielles ImprĂ€gnierspray zum Einsatz.
Pull-up-Leder â hellt an Biegestellen auf, das ist gewollt und Teil der Optik. Mit etwas WĂ€rme durch Reiben lĂ€sst sich der Effekt zurĂŒckdrĂ€ngen.
Flecken
Wasserflecken â die ganze FlĂ€che gleichmĂ€Ăig leicht anfeuchten und trocknen lassen, dann verschwindet der Rand.
Fettflecken â SpeisestĂ€rke oder Babypuder aufstreuen, ĂŒber Nacht einwirken lassen, abbĂŒrsten.
Kugelschreiber â nicht selbst versuchen. Alkoholhaltige Mittel lösen oft auch die FĂ€rbung. Das ist ein Fall fĂŒr die Schuh- oder Taschenwerkstatt.
Warum sich das lohnt
Eine gepflegte Ledertasche sieht nach fĂŒnf Jahren besser aus als am ersten Tag â das unterscheidet Leder von jedem Kunststoff. Und es ist der gĂŒnstigste Weg zu nachhaltigem GepĂ€ck: Das langlebigste StĂŒck ist immer das, das man nicht ersetzen muss. Mehr dazu unter nachhaltiges ReisegepĂ€ck.
Unsere Empfehlung
Ein Pflegeset mit Balsam und Poliertuch â und das StĂŒck, fĂŒr das sich die Pflege lohnt.
HĂ€ufige Fragen
Wie oft pflegen?
Zweimal im Jahr reicht bei normalem Gebrauch. Bei tÀglicher Nutzung oder nach starkem Regen zusÀtzlich.
ImprĂ€gnieren â ja oder nein?
Bei Rauleder ja, unbedingt. Bei Glattleder ersetzt gutes Lederfett die ImprÀgnierung weitgehend.